Samstag, 9. August 2008

Ein Tramp fuer einen Tag

Sobald man die Grenze zwischen Mexico und Guatemala ueberquert, aendert sich schlagartig so ziemlich alles. Was in Mexico noch als "modern" zu bezeichnen war, wird in Guatemala zugunsten des Chaos aufgegeben. Vorallem was das Busfahren betrifft. Da ich mich immer versuche an jede Situation anzupassen, habe ich mich gleich selbst ins Chaos gestuerzt. Da der Grenzuebertritt noch kostenfrei war, merkte ich erst spaeter, dass weder meine Bankomatkarte, noch meine Kreditkarte mehr funktionierten. Und ich hatte natuerlich keinen einzigen Cent in der Tasche, weder Dollar, noch Quezales. Fuer den Bus weg von der Grenze konnte ich mir von zwei Hollaenderinnen Geld borgen, doch in der naechsten Stadt (Quetzaltenango, auch Xelas gennant) stand ich vor demselben Problem - kein Geld!

Ich war nun in einer Stadt, in der ich eigentlich gar nicht sein wollte, konnte weder was essen, noch trinken gehen, konnte niemanden anrufen, konnte keine Unterkunft bezahlen und dunkel wurde es langsam auch...

...was tut man...

1. tief durchatmen
2. Bank suchen, um Geld zu beheben, von der man aber mitleidig wieder fortgeschickt wird
3. seufzen und nochmals tief durchatmen
4. versuchen die letzten Pesos Muenzen umzuwechseln - keiner wechselt Muenzen
5. dieses verd..... Bankpersonal verfluchen
6. sinnlos herumlaufen und ueberlegen...verzweifeln
7. einmal Glueck haben und jmd finden, der einem von seinem Handy nach Europa telefonieren laesst
8. sich in einem Chicken - Fastfood - Laden den Bauch vollschlagen, weil die Kreditkarte dort funktioniert
9. durch dunkle Strassen zwischen in Muell wuehlenden Hunden herumirren
10. ziemlich ratlos sein...verzweifeln
11. sich damit abfinden, die Nacht herumirrend durchmachen zu muessen...wieder seufzen
12. ein Zimmer fuer 3 Euro finden, wo man mit den leeren Versprechungen, am naechsten Tag zu bezahlen, uebernachten darf
13. tief durchatmen und hoffen, dass der naechste Tag besser wird

Eines hatte ich an diesem Tag gelernt: Guter Rat ist teuer, vorallem, wenn man keinen einzigen Cent besitzt, aber einen mitleidigen Blick schenkt dir jeder.

Wie ging die Geschichte weiter?
Am naechsten Tag, drei Bankomaten und zwei Bankangestellten spaeter versuchte ich in meiner Hoffnungslosigkeit den insgesamt 1000. Bankomaten...der dann funktionierte! Warum auch immer!

meine Luxusappartment fuer 3 Euro

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