Montag, 28. Juli 2008

Dieser Tag in Guadalajara...

...und was davon blieb...

ein Bild...
1000 Geschichten...
unendlich viele Erinnerungen.

Nachtrag: Teothiuacan


Freitag, 25. Juli 2008

...adios Mexico City...hola Guadalajara

Wie dem Titel zu entnehmen ist, bin ich gerade in der Stadt mit den vermutlich meisten A's im Namen. In Mexico D.F. habe ich noch zwei lustige letzte Tage verbracht. Eigentlich hatte ich zuerst nur vor, auf ein schnelles Getraenk in der Naehe von Ricardos Wohnung zu gehen, dass ich dort zwei Kellner (David und Aline) kennenlerne, mit ihnen am naechsten Tag fortgegehen, bis in die Frueh in einer WG rumhaengen und viele nette Leute kennenlerne werde, haette ich mir ja eigentlich denken muessen.

Meinen ohnehin schon zu knappen Zeitplan stellt eine neue, bisher uneingeplante Destination in der Karibik, auf den Kopf. Den Namen halte ich voerst noch fuer mich, es wird ohnehin noch etwas dauern, bis ich dort bin. Ein Freund aus Mexico D.F. von dem ich den Tipp habe, war dort zusammen mit 10 anderen Reisenden, jeder aus einem anderen Land, jeder allein unterwegs. Eigentlich wollte er das ganze Land bereisen, schlussendlich blieb er zwei ganze Wochen an diesem Ort und verlies ihn mit Traenen in den Augen.

Soviel sei gesagt: es handelt sich um ein weitgehend unbekanntes Paradies (soweit dies im Internetzeitalter noch moeglich ist), ein Ort auf dem eine kulturreiche indigene Gemeinschaft, unabhaengig von der Regierung lebt.

Die Bilder die ich davon gesehen habe, versprechen so einiges: einsame Sandstraende, Palmen und Haengematten. Vielleicht habe ich endlich den Ort gefunden, an dem ich mich zur Ruhe setzen kann und meinen langersehnten Traum einer Limbo-Tanzschule wahr werden lassen kann.



kleines TV-Quiz:

Aus welcher Serie stammt folgendes Zitat?
- ...Catsup...Ketchup...Catsup...Ketchup...
- ...jetzt redet er schon mit dem Ketchup!

Sonntag, 20. Juli 2008

Xochimilco

Was macht man in Mexico an einem Samstag Nachmittag, wenn man nichts zu tun hat? Genau! Man trommelt ein paar Freunde zusammen, kauft Alkohol, faehrt nach Xochimilco, mietet sich ein Boot und macht Party!

Und genau das haben wir gemacht! Und natuerlich haben die Freunde noch andere Freunde mitgebracht und schon war das Boot voll und die Party in Gange.

Jedes Boot hat seinen Namen, unseres hiess schlicht und einfach: Mexico

fast wie in Venedig (nur kommen hier frischzubereitete Quesadillas in kleinen Booten vorbei)

Diego (kann auch deutsch: "Wo ist die Kartoffel?") und ich

die Meute (manche kennt man, manche nicht)

Ricardo und seine Freundin Ana

Samstag, 19. Juli 2008

La Ciudad de Mexico

Gleich zu Beginn mal meine kleine Totenkopfsammlung!

"e amigo, haste mal Feuer"


"uiuiui...die zweite Flasche Tequila war dann glaub ich doch zuviel..."


"hat jemand meine linke Gehirnhaelfte gesehen"

"hee Keule, was glotztn so"

Nach einer schlaflosen Nacht im Bus von Durango nach Mexico City (mein Sitznachbar muss das Schnarchen erfunden haben!) bin ich dann doch endlich in der Hauptstadt angekommen.

Zurzeit wohne ich bei Ricardo, wo es mit sooooo richtig gut geht. Nicht nur, dass mir Ricardo taeglich Tipps gibt, was ich mir anschauen sollte, auch von seiner Mutter werde ich von vorne und hinten mit Essen und auch Waeschewaschen verwoehnt.

Haus von Diego Riviera und Frida Kahlo

Kulturell verbrachte ich die meisten Tage mit Diego Riviera, Frida Kahlo und auch Leo Trotsky. Im Haus von Trotsky traf ich auf zwei aeltere Ladys, die auf der Suche nach dem Vater ihres Schwiegersohn waren, der mit Trotsky gearbeitet hat. Im letzten Zimmer fanden sie ihn dann auch, zumindest seinen Namen auf einer Tafel mit den anderen Schreibern, die dort gearbeitet haben sollen. Die Freude war riesengross und ich natuerlich gleich mit dabei!


Trotskys Arbeitszimmer, wo auch das zweite (erfolgreiche) Attentat stattfand


Grundsaetzlich muss ich sagen, dass ich von Mexico City positiv ueberrascht bin. Vorgestellt hatte ich mir dreckige Strassen und Unmengen von Menschen und Verkehr. Tatsaechlich findet man hier jedoch sehr viele ruhige und gemuetliche Orte und auch sehr viel Gruen.

die moderne Seite (Business Viertel)

Der Verkehr ist jedoch schon eine Sache fuer sich. War ich aus Nordmexico noch gewohnt, dass Autos schon bei Verdacht einer Strassenueberquerung stehenblieben, muss man hier auch bei Gruen die Fuesse in die Haende nehmen. Auch Busfahrer sind da ruecksichtslos. Mein Fortbewegungsmittel ist aber ohnehin die Metro (2 Pesos pro Fahrt, ca. 12 Cent, sind, finde ich, ein anstaendiger Preis). Vorallem in den Rush-Hour Zeiten kanns da schon mal so richtig gemuetlich werden!

Durch Ricardo habe ich auch endlich die Moeglichkeit das richtige mexikanische Leben kennenzulernen. Gleich am ersten Abend, konnte ich bei Freunden mal richtige Quesadillas und gefuellte Chilli geniessen. Kein Vergleich zu dem Einheits-Guacamole-Geschmack der Strassenstandl. Gustatorisch gings dann noch weiter mit Mescales und zum dazuknabbern: Heuschrecken mit Chili! (die haben einen relativ intensiven Nachgeschmack, ich wuerds eher unter suesslich einorden. Hervorragend!)

Bilder aus der vorigen Woche:


Copper Canyon Trail (schee, netta?)

Copper Canyon Trail (wer hat was von Fenstern gesagt)


Beisbol Match in Chihuahua


Durango

"Sopa de Tortilla" in Los Mochis

Montag, 14. Juli 2008

Copper Canyon, Beisbol und High Noon

Ja, es ist schon wieder so einiges passiert seit dem letzten Mal.

Zuerst bin ich mal, wie bereits angekuendigt, mit dem Copper Canyon Trail Zug gefahren, die angeblich schoenste Zugfahrt der Welt. Ja, von der insgesamt 12 Stunden Fahrt passiert die ersten drei mal gar nix. Mexikanische Schrebergaerten! Das bedeutet: selbstzusammengekleisterte Huetten mit einer Art von Zaun und Hendl, die "noch" mit Kopf herumlaufen. Manchmal findet man auch einen, auf einem Pfahl aufgespiesten Puppenkopf. Keine Ahnung mit was die Kinder hier so spielen?

Nach einer Zeit beginnt sich die Landschaft aber zu aendern, aus den von Muell gesaeumten Strassen werden Baeche, Taeler und schoene Waelder. Mit der Zeit beginnt sich dann, in den Abteilen zwischen den Wagonen, die Meute zu sammeln. Naemlich der einzige Platz, wo man ohne Fenster, dh nur eine Klappe schuetzt einen vorm vermeintlichen Ausstieg, sich auf die Jagd nach dem schoensten Foto machen kann. So auch ich, aber nur fuer kurze Zeit, da ich zum Glueck frueh genug zur Besinnung komme, dass man besser mit dem Auge und nicht mit dem Objektiv schauen und geniessen kann. Ein paar schoene Fotos hab ich trotzdem, die gibts aber das naechste Mal.

Das Ende der Zugreise war dann in Creel, wo ich mich einen Nacht niedergelassen habe und (kein Scherz) mir mit Jesus ein Zimmer geteilt habe. Mit dem bin ich dann auch noch durch die Stadt gezogen, auch der Suche nach Bier (gar nicht so einfach). Zuerst landeten wir auf einer Privatparty. Einen Tequila konnten wir abstauben, bevor man uns hoeflich bat zu gehen. Am Ende fanden wir dann doch eine Bar, in einem versteckten Hinterzimmer, gefuellt mit Leuten. Was ich nicht gewusst habe, dass Jesus zur Zeit in Barcelona wohnt und nur Spanisch spricht. Aber immer noch besser als Hebraeisch.

Am naechsten Tag weiter nach Chihuahua. Da der Busbahnhof nicht im Zentrum war und ich erst den Nachtbus nehmen wollte bin ich ein bisschen spaziert und fand mich ploetzlich vor einem riesigen Stadion, wo auch noch ein Spiel stattfinden sollte. Was ich erst im Stadion bemerkte, dass es sich um Baseball (span.: Beisbol) handelte. Und so hab ich mir den ganzen Nachmittag mein erstes Live-Spiel gegeben. Die Geschichte, dass mir ein voellig fremder Mann einfach so Nuesse und Bier spendierte, erzaehl ich dann persoenlich, wenn ich wieder zu Hause bin.

Jetzt grad bin ich noch in Durango. Eine Stadt wo Sam Peckinpah`s "High Noon" oder auch "Die Maske des Zorro" gedreht wurde. Ein bisschen kann ichs mir vorstellen, wenn man die ganzen Leute wegdenkt, aber das meiste wurde wahrscheinlich dann doch in Studios gedreht. Heute Abend gehts dann nach Mexico City, wo ich bestimmt einige Tage bleiben werde und vielleicht auch Zeit habe, wieder ein paar Fotos hochzuladen.

So...viel passiert, viel geschreiben, bis zum naechsten Mal.

Freitag, 11. Juli 2008

Sie nannten ihn "El Mochilero"

das Handtuch ist und bleibt meines!

Zum ersten Mal dankbar fuer meine 250 Euro Impfungen wurde ich gestern am Strand von La Paz, wo ich mit einem Streuner um mein Handtuch kaempfen musste. Das gute daran war, dass ich dadurch (da ich die Aufmerksamkeit von jedem auf mich zog) eine Londonerin und eine Slowakin kennengelernt habe, mit denen ich dann noch einen ausschweifenden Abend verbringen sollte. Wir besuchten bis in die Morgenstunden die unterschiedlichsten Lokale, mal mit Live-Mariachis (was sind denn bitte Nicht-Live-Mariachis?...aber egal) mal normale Discos, doch eines blieb immer gleich - das Getraenk: Tequila!

Zum Ausnuechtern hatte ich dann auf der Faehre nach Los Mochis Zeit, wo ich mich auch gerade befinde. Das bloede daran war, dass sie schon um 8 in der Frueh ging und ich um 6.30 dort sein musste. Wer aufmerksam gelesen hat, kann sich ausrechnen wieviel Stunden Schlaf ich vorher noch finden konnte. Auf der Faehre traf ich dann komischerweise die zwei Typen wieder, die mich von Muleje nach Loreto mitgenommen haben. Ich kanns nicht oft genug sagen: "El mundo es un pañuelo" (Die Welt ist ein Taschentuch)

das guenstigste Zimmer in Los Mochis (ja, die Frau da hinten an der Wand ist nackt!)


Morgen gehts dann weiter mit dem Copper Canyon Train, angeblich die schoenste Zugfahrt der Welt. Wird sich zeigen. Dann gehts auf den schnellsten Weg in die Hauptstadt, wo mich nicht nur mein Freund Ricardo erwartet, sondern vielleicht auch die Londoner (von Tijuana), Alejandro (mit dem ich zusammen mit einem weiteren Mexicaner und einem New Yorker vorgestern in La Paz was getrunken habe) sowie auch die zwei Maedels von gestern Abend. Na da kann man ja gespannt sein, welche Geschichten ich dann zu erzaehlen habe.


und so seh ich zur Zeit aus

Donnerstag, 10. Juli 2008

Fotos!

der einsame Strand von Muleje - Nichts...ausser mir

Die Wueste von Baja California - Kaktus, Kaktus, Kaktus



TIJUANA - Party Party Party






Mittwoch, 9. Juli 2008

Goin' to get somewhere or just goin'?

So...es ist wieder einige Zeit her, seit dem ich das letzte Mal Internet Zugang hatte! Nachdem ich in San Diego mit zwei Oesterreicherinnen (die zufaellig auch in meinem Hostelzimmer gewohnt haben) den 4ten Juli ausgiebig im Gaslamp Quartier gefeiert habe bin ich dann auf nach Mexico.
Am Weg zur Grenze hab ich 3 Londoner aufgeschnappt, bei denen ich mich gleich einquartiert habe. Volles Glueck, denn allein waere ich vermutlich nicht lange in Tijuana geblieben und so hatten wir zusammen eine wilde Nacht in der meistbesuchtesten Stadt der Welt.

Da die Jungs einen Flug nach Guadalajara, Mexico City und wieder zurueck brauchten und Jacob nur ein paar Brocken italienisch sprach, kamen meine Spanischkenntnisse gleich zum Einsatz. Das Sprechen funktioniert eigentlich ganz gut, mit dem Verstehen happerts halt noch ein bisschen!

Ich hab dann noch einen gemuetlichen Nichts-tu-Tag in Ensenada verbracht (unter der groessten Flagge Mexicos) und bin dan ueber Nacht 14h mit dem Bus nach Sueden nach Muleje.

Muleje ist eine Stadt, bei der man sich zuerst denkt: armes Schwein wer hier im Nichts aussteigen muss, bis der Fahrer den Namen ruft und man selbst dran ist. Aber ich habe mir dieses ruhige Staedtchen selbst ausgesucht! Dort hab ich an einer Tankstelle einen Typen getroffen, der mir dann gleich eine Unterkunft zeigte - schwerer Fehler meinerseits - vielleicht wars ja nicht mit Absicht aber 250 Besos (15,5 Euro) waren fuer diese Absteige (inkl. 5cm Kakerlacke) zuviel. Aber da bin ich eine Spur zu spaet draufgekommen. Den Rest des Tages hab ich ganz alleine an einem schoenen, verlassenen Strand verbracht.

Am naechsten Tag verhalf mir der Typ von der Tanke wenigstens zu einer kurzen Mitfahrgelegenheit in einem Truck nach Loreto, wo ich beim Passieren schoenster verlassener Sandstraende wieder meine Spanischkenntnisse auspacken konnte.

Nach einer weiteren Busfahrt sitz ich nun in La Paz, ganz im Sueden von Baja California und werd hoffenltich bald mit der Faehre aufs Hauptland fahren. Langsam draengt es mich nach Mexico City.

Druch die stundenlangen Busreisen, habe ich nun endlich auch, nachdem ich beim Millionsten Kaktus zu zaehlen aufgehoert habe, mit Jack Kerouac's On the road begonnen, dass ich mir bereits vor ueber zwei Wochen in NY bei einem Strassenstand gekauft habe. Ich frag mich grad was ich auf den ganzen Busfahrten seit NY ausser Schlafen wohl die ganze Zeit getrieben habe. Wer das Buch oder den Inhalt kennt, wird verstehen, dass mir jede Zeile immer mehr Lust und Motivation aufs trampen bringt. Bei dem meisten Zeilen kann ich nur zustimmend nicken, muss leise schmunzeln oder an meine eigene Situation denken. So auch bei dem Satz den ich als Titel verwendet habe!

...just goin'!

Freitag, 4. Juli 2008

Thank you for choosing the dog!

You know what you can and you know what you can't. So sit down, relax and have a good ride!

Nach mehreren Busfahrten mit Greyhound weiss man auch tatsaechlich was mit diesen Worten gemeint ist: kein Rauchen, kein Alkohol, keine laute Musik oder lautes Gerede, sondern ruhig dasitzten und manchmal aufs Klo gehen, das darf man.

So oder ein bisschen ausfuehrlicher (mit genauer Beschreibung was ein Handy machen darf und was nicht) beginnt jede Greyhoundreise, auch meine, die dann insgesamt 2,5 Tage dauern sollte.

In Foren hatte ich gelesen, dass man nicht zu weit vorne oder zu weit hinten sitzen sollte, da dort die schraegen Leute seien. Also: vorne sitzen die Alten, da riechts nach alten Leuten und nach langer Weile und hinten, da riechts nach Toilette. Trotzdem ist mein Liebelingsbereich eher im hinteren Viertel. Man trifft dort tatsaechlich recht unterschiedliche Leute, ich wuerde sie aber nicht als schraeg sondern eher interessant bezeichnen! Da trifft man Menschen, die in sechs Wochen heiraten und gerade von zuhause weglaufen, Familienvaeter die Tabletten (vermutlich Schmerztabletten) an andere Passagiere verkaufen, Leute die aufgrund des Starfregisters nicht nach Mexico einreisen duerfen,usw.

Obwohl die meisten Leute auf mein Vorhaben, von der Ost zur Westkueste ohne richtigen Zwischenstop mit einem Laecheln begegneten, muss ich sagen, dass es halb so schlimm war (fuer mich halt). Die Reise ging durch wunderschoene Gebiete, wie die
Rocky Montains, mit bekannten Ortsnamen, wie Frisco, Beaver Creek oder Colorado Springs und auch Las Vegas. Zwischendurch kommen auch Orte wie "No Name" oder Strassen wie "Zzyzx" unter!

Ein paar Kleinigkeiten gabs dann aber doch, die die Reise etwas anstrengender als noetig machten. Zusammendfassend bezeichne ich es mal als das "Greyhound-Chaos". Busfahrer, die selbst nicht wissen wie es weitergeht; an jeder Station zittern, dass man seinen Bus mitsamt Gepaeck wieder findet, weil man aussteigen muss, damit der Bus gereinigt wird; ungeplante Buswechsel; Verspaetungen ab der ersten Haltestation, etc.

Ein bisschen entaeuscht war ich auch, dass sich die Busse veraendert haben, sie sind jetzt nicht mehr silbern, sonder weiss mit einem blauen Greyhound. Dass sich unter dieser Huelle aber noch die Busse der letzten Jahrzehnte befinden, erkennt man nicht nur an der Silberschicht unter dem herabfallenden Lack, sondern auch an dem Zustand der Klimaanalage, die, manchmal lauter als ein Rasenmaeher, einen in der Nacht frieren laesst.

So jetzt wird in San Diego der vierte Juli gefeiert (ein Grund zum feiern ist ein Grund zum feiern!) und dann gehts ab ueber die Grenze bei Tijuana nach Baja California.

Fotos folgen hoffentlich bald!